Hospiz

Hospiz ist kein Ort, Hospiz ist eine Lebenshaltung.

Die Hospizbewegung hat das Ziel, den natürlichen Vorgang des Sterbens in das Leben zu integrieren. Als wichtigste Aufgabe steht dabei die Lebenshilfe in der letzten Zeit des Daseins im Vordergrund. Dabei soll der Tod weder aktiv herbeigeführt noch hinausgezögert werden.
Voraussetzung für ein menschenwürdiges Sterben ist die bestmögliche Behandlung belastender Krankheitssymptome. Dazu gehören in erster Linie gute und liebevolle Pflege, schmerztherapeutische Betreuung und die palliativ-medizinische Versorgung. Wenn diese Vorbedingungen erfüllt sind, entsteht Raum für einen gelingenden Abschluss der letzten Lebensphase, die in Bezug zum gesamten vorangegangenen Leben der betroffenen Person steht und somit über die bloße Bewältigung des Krankheitsleids hinausgeht.
Oft sind die Tage und Wochen vor dem Tod eines Menschen für alle Beteiligten mit großen Belastungen verbunden. Die Hospizarbeit bietet in dieser schwierigen Zeit Begleitung und Beistand an.
Die Begleitung schließt auch die Zeit nach dem Tod eines Familienmitglieds mit ein. Angehörige werden, wenn sie das möchten, von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in ihrer Trauer begleitet.

Wofür steht Hospizarbeit?

Die Leitsätze der Hospizarbeit wurden auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. am 5. Oktober 2007 verabschiedet.
Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg e.V.
Den Text finden Sie unter http://hpvbw.de/artikel/leitsaetze

Finanzierung:

Ambulante Hospizdienste können unter Umständen für ihre Aufwendungen Zuschüsse von den gesetzlichen Krankenkassen bekommen, sind aber im Wesentlichen auf Spenden angewiesen.
Für den begleiteten Menschen und seine Angehörigen sind die Leistungen des Hospizdienstes kostenlos.
Gesetzlich geregelt im § 39a SGB V.

Ambulante oder stationäre Hospizarbeit?

In der ambulanten Hospizarbeit besuchen ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter Schwerkranke und Sterbende in ihrer häuslichen Umgebung, in Kliniken oder in Alten- und Pflegeheimen. Sie arbeiten eng zusammen mit ambulanten Pflegediensten und mit den Angehörigen der Betroffenen. Sie tragen dazu bei, dass für die letzte Lebensphase ein Netz der Hilfe und Zuwendung geknüpft wird. Die meisten Menschen wünschen sich, in ihrer eigenen, vertrauten häuslichen Umgebung zu sterben.
In bestimmten Fällen kann auch die Unterbringung in einem stationären Hospiz sinnvoll sein. Es ermöglicht den Menschen in ihrer letzten Lebensphase eine ganzheitliche palliativmedizinische Betreuung in freundlicher und familiärer Umgebung.